I’m a Dreamer

Träume nicht dein Leben,
sondern lebe deine Träume.

Dieses Sprichwort begleitet mich schon lange Zeit. Ich bin einen Träumerin, die von einer besseren Welt träumt, in der die Menschen wirklich glücklich sind. Eine Welt voller Frieden und Freude, Geborgenheit und Liebe. Ich bin eine Träumerin, die nie aufgibt diesen Traum zu verwirklichen.

Wir alle sehnen uns danach, wir sehnen uns nach dem Tag, an dem wir Zuhause ankommen. Ein Gefühl, dass dir niemand da draussen schenken kann. Ein Gefühl, dass nur du selbst erreichen kannst. Doch der Weg dahin ist manchmal steinig und schwer. Trotzdem gehen wir immer weiter und weiter, getrieben von dieser Sehnsucht endlich anzukommen. Aber wohin?

Es ist November, eine Zeit wo ich immer wieder zur Ruhe komme. Es ist Zeit in mich zu kehren und innezuhalten. Was habe ich getan? Was habe ich unterlassen? Diese Fragen sollten wir uns immer wieder stellen. Nicht dass wir am Ende unserer Lebensreise ankommen und sagen müssen, „oh hätte ich doch….“.

So lebe ich mein Leben und vertraue meiner inneren Stimme, die mich immer an die richtigen Orte zu den richtigen Menschen führt. Gerne möchte ich mit euch eine Erfahrung teilen, dass mich tief berührt hat und immer noch tut…..

Mein Mann und ich führen eine harmonische Ehe, auch wenn ab und zu die Fetzen fliegen. Wir leben im Einklang, haben viele gemeinsame Interessen und über die Jahre haben wir uns eine solide Beziehung aufgebaut. Und dann kommt eines Tages dieser Mann in mein Leben, der alles über den Haufen wirft. Meine Gefühlswelt gleicht einem Chaos. Es ist nicht nur Verliebtheit, es ist eine tiefe Verbindung zu diesem Menschen, die ich so noch nie erfahren durfte. Ich spüre wie es ihm geht und weiss Dinge über ihn, die ich eigentlich nicht wissen kann. Zu allem fühle ich mich auch sexuell angezogen. Oje, was soll das denn?? Geht ja gar nicht! Wie passt das in die Moralvorstellungen dieser Welt, meiner Welt? Eine Ehebrecherin – oh du meine Güte!

Ich konnte nicht anders, ich musste mich mit diesem Mann treffen. Trotz dieser verzwickten Situation, haben mein Mann und ich jederzeit offen und ehrlich kommuniziert. Heute muss ich sagen, dass ich ihn um seine Stärke und das Vertrauen in unsere Beziehung sehr bewundere und bin ihm dafür unendlich dankbar.

Durch die ganze Situation zwischen zwei Männern zu stehen, habe ich mich zurückgezogen. Es war an der Zeit, die Beziehung zu mir selbst zu heilen. Je mehr ich mich selbst annehmen konnte, so wie ich bin, desto freier wurde ich. Ich habe mich in mich selbst verliebt, die eigene Liebe entdeckt. Die Selbstliebe. Zuhause – bei mir.

Und in diesem Zustand wurde mir bewusst, wie sehr ich in meinen Beziehungen verstrickt und abhängig war. Meine Partner haben immer diese eine Lücke gefüllt, die ich mir selbst nicht geben konnte. Lückenbüsser sozusagen. Was für eine Ernüchterung. Auf diesem Fundament aufgebaut, kann keine wahre Beziehung langfristig bestehen.

So haben mein Mann und ich uns nun Tag für Tag „entstrickt“. Je mehr jeder von uns zu sich selbst fand, desto freier wurde unsere Liebe, die Liebe zu uns selbst und zu anderen Menschen. Wir haben uns erlaubt, die Liebe das erste Mal richtig fliessen zu lassen. Auch zu Männern und Frauen ausserhalb unserer Beziehung. Was für eine Befreiung! Und das Schönste? Je mehr ich liebe, desto grösser wird auch meine Liebe zu mir selbst und auch zu meinem Mann und allen anderen Wesen dieser Welt. Was für ein Geschenk!

Und das durch eine vermeintliche Situation, die früher wohl ein Ende der Partnerschaft bedeutet hätte. Jetzt, wo die Liebe frei fliessen kann, fällt paradoxerweise der Reiz des Unbekannten weg und bereichert unsere Partnerschaft um so mehr. Auch hier, es ist oft anders, als man denkt. Erst wenn man es selbst erfahren und erlebt hat, es fühlt, erst dann weiss man wirklich. Das ist wahre Weisheit.

So bin ich einfach nur dankbar für diese Begegnung, die mein Leben verändert hat. Und ich weiss, das ist erst der Anfang  – es geht immer weiter, immer tiefer, immer höher auf meiner Reise durchs Bewusstsein.

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